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Huit! Doa hob i di, beese Hex!

Das ist Rolf-Dieter! Rolf-Dieter ist Auslandskorrespondent der ARD in Brüssel. Was macht ein Korrespondent eigentlich? Nun, ein Korrespondent sitzt ganz lange an ein und demselben Ort, damit man von ihm als Experten für die dort vorkommenden Sachverhalte sprechen kann. Weit entfernt von den tiefgreifenden Informationsquellen einer Nachrichtenanstalt, die heute bei der ARD auch zunehmend verniedlicht als Bild.de und zeitweise abwertend als SPON bezeichnet wird, sitzt er/sie dann. So aber nicht Rolf-Dieter! Der sitzt nämlich in Brüssel! Jawohl Brüssel! Und was gibt’s in Brüssel? Ganz genau: Den Sitz der Europäischen Union! Und deshalb kennt sich Rolf-Dieter auch voll mit der Ukraine aus!!!! Und da es neben der EU auch viel zu starkes Bier und 90% verschimmelte Bausubstanz gibt, kann man sich auch einfach herleiten, warum Rolf-Dieter nach knapp 13 Jahren in der Belgischen Hauptstadt nur noch geistige Sonderlosung von sich gibt.

Rolf-Dieter schnäubt und rauft sich daher wohl häufig die Haare (Vermutung d. Verf.: X-D) und manchmal gurgelt er dann torret-faschistoide Neunmalklugweisheiten im Tagesschau-Kommentar von sich wie (Ausrufe und ** sind zur Untermalung des Verständnisses und der interpretierten Intention durch den Verf. hinzugefügt):

„Grrhmpf…Russland attackiert nicht nur die Ukraine *gurgel*, es attackiert die gesamte europäische Sicherheitsorrrrrdnung. P-P-P-Putin hat dafür gesorrrgt, *zeter*.. dass Krieg in UNSEREM *schrei* Teil der Welt wieder denkbar geworden ist. huaarrggghh… Er ist kein Partner mehr. Er ist Gegner. *hust-furz*“

oder

„…brr..wichtig, dass wir uns wappnen…whoo-heee…. Erstens müssen wir wieder mehr für unsere Verteidigungsfähigkeit tun….*schluck-arschkneif*..“

Sehr eindrucksvoll! Jetzt könnte man schnell und nicht ganz vorurteilsfrei vermuten, Rolf-Dieter sei einfach ein böser alter Mann wie viele vor ihm wie z.B. Robert McNamara oder Volker Kauder. Aber Rolf-Dieter ist nicht irgendwer! Er lernte nämlich sein Geschäft bei der Landeszeitung für die Lüneburger Heide. Das ist ein schwerer Brocken. Da muss er dann wohl auch Noam Chomski kennengelernt haben… Nach Redeaktionsverhalten bei einem Pottblatt wurde er dann Korrespondent…für Landespolitik in NRW. Aber jetzt ging es steil bergauf für Rolf-Dieter. Er wurde nämlich plötzlich Fachmann für „Wirtschaft-und Finanzpolitik in Bonn“. Was sich sein Freund Friedrich dabei wohl gedacht hat? Aber da eigentlich Brüssel „voll sein Ding“ ist, durfte er gleich zweimal hin…

…und da bleibt er jetzt, und zwar sitzen; und da das eben voll nach Rolf-Dieters Geschmack ist, hau ich einfach noch ein bisschen mehr von seiner politischen Hetze raus:

„Brimmborummm…Wer etwa Lettland angreifen will, muss wissen, dass er es mit UNS ALLEN zu tun bekommt…*geifer*“

„Drittens darf es Putin nicht gelingen, die Ukraine zu destabilisieren *faustkicher*. Das erfordert UNSERE Hilfe: bei den nötigen Reformen, wirtschaftlich, aber auch mit…hmpff.. Waffen, die der Abwehr dienen.“

„Ja,…muahahaha… das alles wird auch teuer *sauteuerfürEUCH-hüstel*. Aber es kann keine Friedensdividende geben, wenn der Frieden aufgekündigt wird. Unsere Welt hat sich verändert…jarrgh..*säusel*“

Chewbacca hätte es nicht besser grunzen können. Da muss man erst jahrelang Chlorbleiche in seinen vier Wänden versprühen, um schlussendlich die visionäre Einsicht zu bekommen, dass der Frieden nur mit Waffengewalt und Sündenbockpolitik erreicht werden kann. Rolf-Dieter ist ein Fantast, ein echter Macher und Freidenker. Als er 2012 für seine Verdienste in Brüssel zum Journalisten das Jahres ausgezeichnet wurde, war die Begründung (Auszug):

„…Zudem nimmt er auch im Brüsseler EU-Apparat kein Blatt vor den Mund, kämpft für eine freie, unbeeinflusste Berichterstattung und gegen EU-PR. Seine unermüdliches Bemühen um mehr europäische Transparenz, gepaart mit notwendiger Skepsis und herausragender Sachkompetenz, hilft entscheidend, die Probleme Europas besser zu verstehen. Diese journalistische Kernaufgabe erfüllt er mit Bravour. Das machte ihn 2012 zur Ausnahmeerscheinung im deutschen Fernsehen.“

Was wohl in den letzten zwei Jahren passiert ist, dass Klaus-Dieter so außer Rand und Band für die ARD kommentieren muss? Bier, Schimmel, Chlor im Trinkwasser (Versuchen Sie mal die Brüsseler Brühe!!) oder eine langsam einziehende ideologische Verklärtheit, die wie die spanische Grippe ihrerzeit in Europa grassiert….ein weiteres Zahnrad im ungeölten Getriebe der westlichen Wertegemeinschaft!

Schlussendlich, zum Wohle der Menschen Europas und der Welt, für ein Miteinander reden, für Ehrlichkeit und Objektivität, Frieden, Gleichheit und Brüderlichkeit ohne Grenzen muss man einfach sagen: „Geh nach Hause, böser alter Mann!“ (Zit.: H. Rether)

Anm. Verf.: Für die Ungehobeltheit in der Wortwahl entschuldige ich mich in diesem unfassbaren Fall von Kriegshetze nicht!

Dieser Artikel ist zuerst erschienen bei http://souveraeneunschaerfe.wordpress.com/

spckptn

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This is about a link to an article by Julian Nida-Rümelin, Culture Secretary of Chancellor Schröder’s first cabinet. It denounces the German mainstream media’s attitude towards Putin and Russia.

Dieser Artikel von Julian Nida-Rümelin ist auch nicht mehr ganz taufrisch, aber ich hatte vergessen, ihn zu verlinken. Auf jeden Fall lesenswert. Ich kommentiere den Artikel selbst nicht weiter.

Der Stern fiel mir jedoch in den letzten Monaten immer wieder mal positiv auf – an die anderen Artikel, mit denen er das tat, kann ich mich gerade nicht erinnern. Rechnet sich die Redaktion Chancen aus, den Niedergang des Blattes seit der Sache mit den Hitler-Tagebüchern umzukehren? Die Gelegenheit wäre günstig – andere Zeitungen mussten in diesem Jahr starke Auflagenverluste hinnehmen, weil offenbar viele Menschen mit ihrer Arbeit unzufrieden waren. Ein Artikel wie dieser könnte in die richtige Kerbe treffen.

1WSO

Wegen des geänderten Schwerpunkts meines Blogs und persönlicher Arbeitsbelastung komme ich nicht dazu, so oft Sachen zu verlinken, wie ich das gerne würde. Ein guter Freund von mir erklärte sich bereit, mich beim Bloggen zu unterstützen. Von jetzt an wird es hier gelegentlich auch Beiträge von ihm geben. Meine eigenen werde ich „unterzeichnen“, mit 1WSO (First Weirdness Spreading Officer). Der andere ist nämlich Käptn.

Due to the shifted main topic of this blog and increaded personal workload I currently don’t manage to post as frequently as I would like to. A good friend accepted to support my blogging. From now on there will sometimes be his posts now, too. My own ones will be „signed“ by 1WSO (First Weirdness Spreading Officer). The other guy is the Captain.

Diskussion über Privatspäre im Internet:
Paranoiker: „Warum willst du denn nicht verschlüsseln?“
Mensch voller Gottvertrauen: „Ich schreibe nichts wichtiges.“
Paranoiker: „Kann ich dann dein Passwort haben? Oder vielleicht dein Chef?“
Mensch voller Gottvertrauen: „Das ist was gaaaanz anderes!“

Irgendwie erinnern mich Aspekte der Debatte über Privatsphäre im Internet an einen alten jüdischen Witz (Salcia Landmann, Der jüdische Witz, Büchergilde Gutenberg, 1960):

Ein Dorfjude läuft ganz abgerissen in der Kreisstadt herum. Ein Bekannter wirft ihm vor: „Wieso schämt ihr euch nicht?“
Der Dorfjude: „Warum? Hier kennt mich ja keiner!“
Die beiden treffen sich wieder im Dorf – der Dorfjude trägt die gleichen Fetzen wie in der Kreisstadt! Der andere wundert sich.
Der Dorfjude: „Na und? Hier kennt mich ja jeder!“

Discussion about privacy on the internet:
Paranoic: „Why don’t you want to encrypt mails?“Person trusting in the Lord: „I don’t write anything important.“
Paranoic: „Can I have your password, then? Or, maybe your boss could?“
Person trusting in the Lord: „That’s something compleeeeetely different!“

Somehow, aspects of the internet privacy debate remind me of an old Jewish joke (from  Salcia Landmann, Der jüdische Witz, Büchergilde Gutenberg, 1960):

A jew from a village walks around in the city, all rags and tatters. A friend confronts him: „Aren’t you ashamed of yourself?“
Villager: „Why? Nobody knows me here!“
They meet again back in the village – the first guy wears the same rags as he did in the city! His friend is puzzled.The slob: „Why? Everybody knows me around here!“

Verdammt unlustig ist dieses Blog mittlerweile geworden. Zeit für ein wenig Abwechslung. Hier ist ein Videozusammenschnitt mit Affen, die Dinge klauen – darunter auch ein „Selfie“.

This blog has become damn unfunny recently. For a change, here is a video collection with monkeys stealing stuff. One is a selfie.

In the last post I linked a German article about the MH17 disaster. It contains a link to this article of the Guardian: 5 conspiracy theories about MH17. I read it but I found it rather disappointing. I mean, come on! Jews, Illuminati, the HIV conspiracy… Classics, certainly, but they are getting boring. Couldn’t you come up with at least a nice combination of those? Germany just lost Axel Stoll. The conspiracy nuts‘ community might just need YOUR theory on MH17. As Mr. Stoll proved: In this community, even a low-life hatred-filled assmunch can be a star – it’s like a more realistic, but also more wretched version of the American dream: From alcohol-induced loss of reality to bestselling author! YOU can do it. Well, if you actually could, you could also undergo a therapy, but it would be less entertaining for the rest of the world.

Ich fand diesen Artikel ganz gut. Unaufgeregt und sachlich räumt er mit einigen beliebten Tatsachenverdrehungen und Mythen beider Seiten auf.

Er verlinkt dabei auch einen Artikel des Guardian mit den gängigsten Verschwörungstheorien zu MH17. Die Theorien als solche fand ich eher unkreativ und banal – Juden, Illuminaten und die Aidsverschwörung, was für alte Hüte. Denkt euch mal was neues aus – mit dem Tod von Herrn Stoll ist ein Verschwörungstheorienvakuum entstanden, das könnt ihr füllen und „berühmt“ werden.

Aber einen Punkt fand ich ganz gut, und er legt nahe, dass ich politisch immer noch zu naiv bin: Mir war nämlich nie klar, wieso neben westlichen Medien und Politikern auch offizielle Stellen in Russland haarsträubenden Unsinn über die Katastrophe erzählen bzw. was diese davon haben (Für den Abschuss direkt verantwortlich halte ich die Russen – wie schon geschrieben – nicht). In diesem Artikel steht ein plausibles Motiv: Der Autokrat Putin, der starke Mann, der Politfuchs hat einfach ein innenpolitisches Problem, wenn allzu klar wird, dass auch er über die Ostukraine keine wirkliche Kontrolle mehr hat. Im freien Westen sieht man schwer kontrollierbare Verbündete nicht so kleinlich.

An article about the Human Rights Watch’s report on how the FBI solicited, funded and equipped people in order to be able to arrest them as terrorists later. Follow the link below – the report is in English.

Dass Geheimdienste gern mehr als weniger Menschen verhaften, ist nichts neues  – ihre Macht und ihr Einfluss ergeben sich ja aus ihrer Wichtigkeit. Viele Verdächtige heißt: Der Geheimdienst braucht mehr Ressourcen, Rechte etc. Schön, dass sowas auch im Namen von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten geht. Oder denken sich die Schlapphutyankees etwa auch: Von den Sowjetmenschen lernen heißt siegen lernen…?

Der HRW-Bericht ist hier. Er ist auf englisch. Ich habe ihn noch nicht gelesen, denn er ist sehr lang.

 

Viel zu spät schreibe ich einen Beitrag über den Absturz des Malaysia-Airlines-Fluges MH17. Es ist seit dem Vorfall schon viel Wasser den Rhein und den Don hinuntergeflossen, aber ich war einfach zu beschäftigt. Wer diesen Blog liest und die Blog-Roll unten kennt, wird wenig überrascht darüber sein, dass ich von der Berichterstattung über diesen Vorfall nichts halte.
Es ist schockierend, anzusehen, wie der tragische Tod von 298 Menschen instrumentalisiert wird – soweit mir bewusst ist, vermutlich von beiden Seiten des Konflikts, mit Sicherheit aber vom „freien Westen“. Ich werde darüber nicht viele Worte verlieren, denn das haben andere besser getan. Es gibt aber zwei Artikel, die ich hier kommentiert verlinken möchte.

Der erste ist dieser hier: Ein Artikel des österreichischen Luftfahrtmagazins Austrian Wings.
Er mag nicht völlig „neutral“ geschrieben sein und er enthält auch sicherlich kein anderweitig nicht zugängliches Wissen. Für mich ist im wesentlichen das Argument interessant, dass der Abschuss einer BUK-Rakete kaum auch nur einer der Konfliktparteien verborgen geblieben sein kann. So komme ich auch zu dem Schluss, dass der Vorfall, sei er nun ein Kriegsverbrechen oder ein tragischer Unfall, von beiden Seiten instrumentalisiert wird – statt für Aufklärung zu sorgen, auf die die Hinterbliebenen ein Recht haben.

Ein anderer Artikel, auf den ich aufmerksam gemacht wurde, ist der hier aus dem „Neuen Deutschland“. Ich kann nicht viel dazu sagen, nur: die Zahlen sind falsch. Wenn ich nachrechne, kommt auf den beschriebenen 10-Gramm-Splitter mit den gegebenen Geschwindigkeiten nur ca. 1/10 der Energie des zum Vergleich herangezogenen Güterwagens. Außerdem heißt der Sprengstoff nicht Hexal, sondern Hexogen. Ändert das die Sachlage? Die Reibungshitze bzw. den resultierenden Brand kann ich ohne weitere Angaben nicht für unplausibel oder plausibel erklären. Durch die Alu-Zelle eines Flugzeugs fliegen solche Splitter vermutlich auch noch wie durch Butter. Ob es zum Brand kommt, hängt ja von der deponierten Energie ab. Schwer abzuschätzen, das alles. Und was wäre mit der CR-Ladung, die im oberen Artikel beschrieben ist, passiert? Die falschen Zahlen und Bezeichnungen machen die Sache nicht vertrauenerweckender – aber Erinnerungslücken alter Menschen sind auch im Bereich von solchen Militärdetails „gut dokumentiert“.

Meine Einschätzung?

  • Das Argument mit der Bedienungsschwierigkeit ist Mist: Schon zu Beginn des Konflikts liefen ja zahlreiche ukrainische Soldaten zu den Separatisten über, da kann schon der eine oder andere BUK-Bediener drunter gewesen sein.
  • Dennoch erscheint ein übles Missgeschick, insbesondere im Zusammenhang mit den im Austrian-Wings-Artikel geschilderten Taktiken, nicht unwahrscheinlich. Das würde auch den mir gering erscheinenden Nutzen eines solchen Abschusses für beide Seiten erklären.
  • Verschwörungstheorien darüber, dass das eigentliche Ziel die Maschine des russischen Präsidenten gewesen sei, möchte ich hier nicht kommentieren, ich habe sie bisher nicht ansatzweise auf Plausibilität überprüft.
  • Generell aber noch ein mehr oder minder unreflektierter Einwurf: Es scheinen sich auf beiden Seiten in diesem Bürgerkrieg ziemlich üble Gesellen herumzutreiben – aus dem ultrarechten Spektrum einerseits der Ukraine, andererseits Russlands. Inwieweit welche Seite über derartigen tollwütigen Hunde noch die Kontrolle hat, ist fraglich. Was nun, wenn ein derartiges Waffensystem, oder was noch besseres, einer Gruppe endzeitgeiler Fanatiker auf einer Seite in die Hände fällt? Der absichtliche Abschuss einer Passagiermaschine, um den Konflikt weiter anzuheizen, oder der Versuch, Putin abzuschießen, wären durchaus im Bereich des Möglichen.

A long comment on the crash of MH17. It is late, but I was very busy. The articles linked are in German.

Just my opinion on Joachim Gauck, Germanys President. It’s not a good one.

Pundesbräsident Joachim Gauck steht in weiten Teilen von Bevölkerung und Medien in der Kritik wegen Äußerungen, die als kriegsverherrlichend, militaristisch etc. eingeschätzt werden. Ich teile diese Kritik. Dennoch sehe ich in ihm keine eigenständige Gefahrenquelle.

Der Prediger Gauck salbadert von „Mutbürgern in Uniform“ und hält es für „Glückssucht“, wenn es für die Gesellschaft „schwer erträglich“ ist, wenn Menschen, die einen guten Teil ihrer Menschlichkeit gegen Uniformen eingetauscht haben, tot zurückkehren. Und es sind nicht seine ersten derartig auffälligen Äußerungen. Fraglos ein absolut widerliches Individuum. Als Heuchler würde ich ihn dabei gar nicht erst bezeichnen wollen, eher haben meiner Ansicht nach diejenigen Recht, die ihn ein „Arschloch aus Überzeugung“ nennen.  Immerhin, er steht in bester Tradition der christlichen Kirche(n). Vor gut 100 Jahren gab es den französischen Bischof Baudrillart, der die Mobilmachung kommentierte mit: „Ich denke, diese Ereignisse sind höchst erfreulich. Seit vierzig Jahren warte ich darauf. Frankreich erneuert sich, und meiner Ansicht nach kann es sich nicht anders erneuern als durch den Krieg, der es reinigt.“

Heute haben wir Gauck – es bleibt zu hoffen, dass sein Gesülze nicht wie das von Baudrillart als Ausdruck der Begeisterung für einen kommenden Krieg in die Geschichte eingeht.

Auch sollte sich Herr Gauck klar sein, dass er gute Chancen auf einen Platz an der Sonne, in luftiger Höhe, hätte, wenn die Bevölkerung Europas sein Gewäsch von der Aufopferung für die Freiheit ernst nähme. Gut für ihn, dass sich sein komischer Freiheitsbegriff, den die Grünen vor seiner Wahl zu dem ihren erklärt haben – unter welcher Regierung durfte die Bundeswehr erstmals so richtig? – sich eigentlich nur auf den Markt bezieht. Und wenn er unter Verantwortung versteht, dass man jeden Dreck, der vom Westen kommt, nu kopiern missen (Hier anhören. Bezog sich auf Musik und ich finde Schnuffelpeters Aussage(n) immer wieder zum Schießen), sich also in jedes dämliche Militärabenteuer stürzen solle, zu dem die USA anstiften, dann kann ich nur hoffen, dass dies Folgen einer schweren Verkalkung sind, die sich bitteschön beeilen möge, die lebenswichtigen Teile des Gehirns zu befallen.

Nun gut. Eine Gefahr ist er m.E. Nicht. Er ist Ausdruck und Symptom dafür, dass Deutschland seine schwarze Seele wiederentdeckt und dass es einige Kräfte sehr eilig damit haben. Aber vielleicht reduziert er die Gefahr. Mein Eindruck – mit dem ich mich hoffentlich nicht täusche – ist nämlich, dass ein erklecklicher Prozentsatz der Deutschen die Meinung ihres Präsidenten nicht teilt, sondern eher von seinen Äußerungen abgestoßen ist. Und dann ist er eben nicht der große Führer, der in schwarz-rot-goldener Toga einer deutschen Morgenröte voranmarschiert (natürlich nur symbolisch, Männer seines Kalibers und Ranges findet man eher hinten. Oder, nach E.M. Remarque:

„Ich dachte immer, alle wären gegen Krieg, bis ich lernte, daß diejenigen für Krieg

sind, die selbst nicht hingehen müssen.“ Wer will, findet auch schnell heraus, dass er eben KEIN Held der Bürgerrechtsbewegung war…), sondern einfach nur ein Blödmann, der zu früh ausgeplaudert hat, mit welchem Feuer diejenigen, die ihn zum Präsidenten gemacht haben, wirklich spielen.